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Palmöl – was spricht dagegen?

Palmöl - was spricht dagegen?

Der Blick auf viele Alltagsprodukte zeigt, dass Palmöl bei Lebensmittelherstellern äusserst beliebt ist. Von der Margarine über Schokokekse, bis hin zum Lippenstift, viele Produkte enthalten Palmöl. Ja, sogar Autos treibt das magische Pflanzenöl an. Seine Beliebtheit verdankt es einerseits seiner unvergleichbaren Vielseitigkeit und andererseits ist die Ölpalme deutlich ertragreicher als vergleichbare Ölpflanzen. Eine Ölpalme allein trägt jährlich 300 Kilogramm Früchte. Neben seinen beliebten Eigenschaften, bietet der Anbau von Palmöl auch wirtschaftliche Vorteile. In vielen Ländern ist es die Existenzgrundlage von Kleinbauern und ein schwer zu ersetzendes Nahrungsmittel. Zudem investieren Multis in die lokale Wirtschaft.

Eigentlich gar nicht so schlecht, nicht wahr? Nein, grundsätzlich nicht, würde nur das Palmöl nicht in den falschen Regionen und auf falsche Weise angepflanzt werden!

Folgende Fragen und Antworten verdeutlichen die Folgen des Palmöl Booms.

Ursprünglich kommt die Ölpalme aus Afrika, wo sie als Nahrungsmittel und gar als Heilpflanze geschätzt wird. In die restliche Welt brachten sie Seefahrer im 19. Jahrhundert. Die grössten Exporteure heute sind Malaysia und Indonesien, wobei Indonesien allein bis 2025  sein Anbaugebiet auf 20 Millionen Hektar ausbauen möchte. Zusammen stellen sie 80% des weltweiten Palmöls her. Das sind jährlich etwa 45 Millionen Tonnen!

Ölpalmen wachsen optimal bei ständig hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen. Das Klima in Regenwäldern eignet sich daher optimal, um Ölpalmen zu kultivieren. Es ist ein lukratives Geschäft, denn Konzessionen vergeben die lokalen Regierungen nur zu gerne. Zudem versprechen die Investitionen der Multis wirtschaftlichen Aufschwung.

Wo einst der Regenwald florierte, stehen mittlerweile hunderte Ölpalmen in Reih und Glied. Die ursprüngliche Vielfalt wurde verdrängt und zum Teil vernichtet . Nebst dem Palmöl lässt sich gleichzeitig edles Tropenholz roden und verkaufen. Mit dem Ertrag wiederum werden die Investitionkosten für die palmöl Plantagen gedeckt. Ein Kreislauf, der den Urwald Hektar für Hektar zerstört. Bereits heute wird auf etwa 15 Millionen Hektar einstigem Urwald Monokulturen betrieben. Einer Fläche, die etwa 3.6 mal der Schweiz entspricht!

Der Palmöl Boom scheint nicht zu bremsen, denn nebst den grössten Anbauländern Malaysia und Indonesien schneiden sich andere Tropenländer wie Papua Neuguinea, Nigeria und die Elfenbeinküste ein Stück vom Kuchen ab.

 

Die Monokulturen sind offenbar effizient, denn Palmöl ist mit Abstand am günstigsten, aber keinesfalls nachhaltig!  Es ist eine Nutzungsform, bei der über einige Jahre ein und dieselbe Pflanze immer wieder kultiviert wird. Bei den Ölpalmen handelt es sich um mehrjährige Pflanzen, in anderen Regionen der Welt sind es oft auch einjährige Nutzpflanzen wie Reis und Mais.

Eine derartige Konzentration derselben Pflanze auf minimalem Raum hat massive Auswirkungen auf die lokale, wie auch globale Umwelt. Die Pflanzen entziehen dem Boden ständig dieselben Nährsalze, wodurch dieser stark an Fruchtbarkeit einbüsst. Speziell bei der nährsalzarmen Roterde in den Tropen muss mit teurem Mineraldünger nachgeholfen werden. Weiter ist es für Schädlinge und Krankheiten ein leichtes die Pflanzen zu befallen und sich schnell zu verbreiten, weshalb wiederum grosse Mengen an Pestiziden vorbeugend eingesetzt werden müssen. Oftmals so viel, dass die Bauern erkranken.

Damit die riesigen Monokulturen verwirklicht werden können, müssen allzu oft Menschen umgesiedelt werden. Viele dieser Menschen verlieren dabei ihre Existenzgrundlage, denn nicht alle werden später auf den Plantagen angestellt. Oft werden sie als Tagearbeiter oder Saisoniers ausgenutzt. Neben den sozialen und wirtschaftlichen Spannungen müssen die Menschen auch die ökoligischen Folgen bezahlen. Die verbrannten Waldflächen entwickeln einen so dichten Rauch, dass viele Menschen an Atemproblemen leiden. Darüber hinaus schädigen der unumgängliche Einsatz von  Pestiziden und Düngemitteln dirket die Gesundheit der Arbeiter.

Was kann man also dagegen tun?

Wie so oft, gibt es keine allgemeine Formel um das Problem zu lösen. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir mit der Unterstützung von lokaler Produktion ein Zeichen gegen die billige Palmölproduktion setzen. Deshalb findest du auf unserem Shop viele Nuss Nougat Cremes kleiner Unternehmen, welche alternative und oft regionale pflanzliche Öle einsetzen!